Abmahndiskussion und Digital Economy Bill in GB

Im Zusammenhang mit  dem britischen Gesetzgebungsverfahren u.a. zur Einführung einer „Drei-Urheberrechtsverstöße-und-Du-bist-aus-dem -Netz“-Regelung  (vgl.  hier zum Digital Economy Bill) ähnlich der  Regelung in Frankreich versuchen die in Großbritannien tätigen Netzbetreiber offenbar ihre öffentlich wahrgenomme Stellung zu verbessern.

Wie die BBC meldet hat nun auch O2 verlautbart, dass es für die „Einschüchterungsversuche“ von Rechteinhabern gegenüber Internetnutzern kein Verständis habe, aber zur Herausgabe von Verbinungs- bzw. Nutzerdaten leider gesetzlich verpflichtet sei.

Nach dem Bericht soll außerdem eine früher im Abmahngeschäft tätige Kanzlei derzeit einer „Untersuchung“ durch die Solicitors Regulation Authority unterliegen.

„Davenport Lyons has been subject to an investigation by the Solicitors Regulation Authority over its role in sending letters to alleged pirates.“

Auch die BPI (vgl. hier Wikipedia) versucht noch Abstand zu halten und erklärte, dass sie die flächendeckende Versendung von Abmahnungen durch Mitgliedsunternehmen nicht begrüßen würde. Ob diese das dann genau so sehen bleibt abzuwarten.

Wie die BBC-Meldung erkennen lässt werben die einschlägig tätigen Kollegen dagegen um weitere Kunden:

„The BPI  said it has no intention of following a similar path to ACS: Law. But Mr Andrew Crossley (… of ACS: Law …)  threw down the gauntlet to other rights holders.

„I think the BPI is letting its members down. I think they are scared of alienating their customers,“ he said.

„My clients don’t have the same fear. They take the view that the people they target aren’t their customers because they are stealing from them,“ he said.“

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Augmented Reality rückt vor

Öffentliche Diskussionen machen ja offenbar  immer am meisten Spaß, wenn man der Staubwolke der vorbeigefahrenen technischen Entwicklung hinterherdiskutiert.

Im Hinblick auf die gegenwärtige Streetview Diskussion wäre ich also dafür, jetzt auch schon mal dieses

„… Eine schwedische Software-Firma kombiniert Gesichtserkennung, Augmented Reality und soziale Netze zu einem neuen Dienst: „Recognizr“ sagt, wer im Café neben einem sitzt. …“

via Technology Review

(schön auch das Bild oben rechts, die virtuellen „Halos“)

und dieses

„… TED2010, Blaise Aguera y Arcas demos new augmented-reality mapping technology from Microsoft. … “

Video von der TED 2010

in die Erörterungen einzubeziehen.

Wer sagt Frau Aigner rechtzeitig Bescheid ?

Europäischer Datenschutztag – Veranstaltung Rostock 28.01.2010

Anlässlich des Europäischen Datenschutztages informiert das Europäische Integrationszentrum Rostock am 28.01.2010 unter dem Titel

Finde ich dich bei ‚Studi-Face-Spion‘?! Mit Sicherheit!

zu den Themen: Welche Daten darf und kann ich ins Internet stellen? Wie schütze ich mich am besten vor Datenmissbrauch? An wen wende ich mich, wenn ich selber von Online-Mobbing betroffen bin oder es bei anderen mitbekomme? Was machen Anbieter von Online-Communities mit meinen Daten? usw.

Den Fragen stellen sich RAin Gesa Stückmann, Karsten Neumann (Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern) und Stephan Chudowski (Geschäftsführer Spion Media GmbH). Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Thomas Mundt (Lehrstuhl für Informations- und Kommunikationsdienste an der Universität Rostock).

Die Veranstaltung findet statt Donnerstag, 28.01.2010, um 18:00 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21,18057 Rostock

Beim LfD M-V ist übrigens eine Stelle für eine/-nen Volljuristen/-juristin ausgeschrieben (Ausschreibung als pdf)

Britische Polizei: Schauen Sie mal auf die Dächer Ihrer Nachbarn

Die Briten sollen ja insgesamt mehr aufeinander achten. Auch da wo die Videokameras der wohl bestüberwachten Gesellschaft Europas nicht hinkommen.

Und so ist es nur folgerichtig, wenn nun, da auch Großbritannien einmal unter einer geschlossenen Schneedecke liegt die nicht sofort wegtaut, die Augen der Bürger und Polizisten aus der Wetterlage pragmatisch das Beste machen sollen:

„Sgt Mel Thomas (Leicestershire Police)  said:

„This is another clue that members of the public should be aware of.

If the snow has melted from a neighbour’s house when everywhere else still has a covering, it could indicate that the house is being used for growing cannabis.““

Na denn frohes Durchsuchen …

Quelle: BBC hier

In Memoriam

Nach schwerer Krankheit ist unsere langjährige Mitarbeiterin

Frau Heike Flessel

vor wenigen Tagen im Alter von 47 Jahren verstorben.

Wir sind tief betroffen und trauern mit ihrer Familie.

 

EBooks, EReader – Berufsleser warten weiter

Seit November 2007 (vgl. Sei nett zu Deinen Augen, Ebook-Reader und Berufsleser) hat sich einiges getan im Bereich der EReader und ihrer Vermarktung.

(Zu den Fragen „Was sind EReader?“, „Warum haben sie ergonomische Vorteile?“, „Was ist die Technik dahinter?“ sei auf das obige verlinkte knappe Posting und das grundlegende Wiki auf mobileread.com verwiesen.)

In den USA hat der damals eingeführte Kindle offenbar einiges in Bewegung gebracht, obwohl die Zahl der tatsächlich verkauften Geräte vom Vertreiber Amazon nach wie vor nicht öffentlich gemacht worden ist. Inzwischen hat Amazon sogar ein Nachfolgemodel, den Kindle2 auf den Markt gebracht. Mit seiner Mobilfunkanbindung zum direkten Download von DRM-signierten EBooks von der us-amerikanischen Plattform des Onlinebuchhändlers hat Amazon bei den Konsumenten aber offenbar einen geeigneten Vermarktungsweg erschlossen. Denn dem Vernehmen nach sind die EBook-Verkaufszahlen auf dem US-Markt rasant angestiegen. Gleichzeitig trägt mglw. genau diese Technik aber dazu bei, dass eine Markteinführung in Europa (evtl. mangels Kooperation mit einem oder mehreren großen Mobilfunkpartnern) bislang nicht erfolgt ist. Außerdem dürfte man abwarten bis andere den Markt „angeheizt“ haben und genug digitalisierte Bücher zur Verfügung stehen. Auch insoweit sind ja Verträge mit den Urhebern/Verlagen erforderlich. Und wenn die ihr Geschäft ohne diesen Riesen zu machen versuchen hat er natürlich kein Interesse und keine Möglichkeit einzusteigen . Aber wer weiß, was da noch kommt.

(Update:) Zu den Bestrebungen von Amazon, über die alleinige Verwertung des DRM geschützten .mobi Formats seiner Tochtergesellschaft Mobipocket andere Mitwettbewerber aus dem Markt zu drängen vergleiche den Artikel hier bei  teleread.

Daneben haben andere Unternehmen (z.B. Sony, Bookeen, iRex) weiter versucht, allein mit der Herstellung von eigenen EReadern bzw. dem Verkauf von OEM-Modellen (z.B. Bebook, lBook, Pixelar usw.) vor allem eines chinesischen Herstellers ( jinke) auf dem Markt Fuß zu fassen. Hier sei wieder die Marktübersicht (The famous eBook-Reader Matrix) im Wiki des englischsprachigen Forums mobileread empfohlen.

Nachdem potentielle Käufer in Deutschland bislang darauf angewiesen waren, selbst Geräte zu importieren bzw. bei Resellern oder OEM-Vermarktern aus anderen europäischen Ländern zu beziehen tritt heute zum Beginn der Leipziger Buchmesse Sony mit auf den deutschen Einzelhandelsmarkt und stellt ein (in den USA bereits seit Oktober 2007 erhältliches) Lesegerät aus seiner Produktpalette hier zum direkten Kauf vor.

Soweit, so gut.

Was ist nun für Berufsleser dabei?

Ernüchtert müssen wir feststellen: Leider weiter noch wenig bis nichts. Denn:

  • Berufsleser bräuchten Lesegeräte die über ein Display verfügen, das jedenfalls die bequeme Darstellung/Lesbarkeit einer DIN-A4 Seite 1:1 ohne Zoomfunktion erlaubt.
  • Berufsleser bräuchten eine Software auf dem Gerät, die verschiedene Suchfunktionen, nämlich das anspringen von Gliederungspunkten, Seitenzahlen und einzelnen alphanumerischen Suchbegriffen verlässlich und präzise erlaubt.
  • Berufsleser bräuchten eine leichte Möglichkeit des Datenaustauschs mit anderen Rechnern/Netzwerken.
  • Berufsleser bräuchten ein Gerät das robust ist und mechanischen Beanspruchungen durch Transport (Druck, leichte Verwindung) verlässlich standhält.

Als einzige Geräte die hier ansatzweise in Frage kämen finden sich die noch sehr teuren und im Hinblick auf die mechanische Beanspruchung wohl noch eher empfindlichen neueren Geräte des Herstellers iRex. Interessant bleiben vor diesem Hintergrund auch die Ankündigungen der Firma Plastic Logic.

An die Hersteller: Hier wartet ein ganzer Markt.

Ach übrigens: Es ist „Read an E-Book Week“ !

Weitere Links: