Fürstenhof

Wismar, Fürstenhof, Torweg

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Und da ist es wieder

das Wasser der Ostsee. Wenn auch zum Glück nicht so hoch wie letzte Woche. Da hatten wir bis 1,91 m über dem Mittleren Hochwasser und eine schwere Sturmflut. Wir sind hier ja schließlich nicht in Le Havre und was andernorts noch lange nicht mal Tide ist ist hier schon ein Problem. – Heute sollen es maximal etwa 1,30 über dem Mittleren Hochwasser werden. Aber dennoch: Im unteren Wallensteingraben steht Hoch- und Stauwasser recht hoch an der Böschung.

Und ein Stück weiter zurück, wo der Wallensteingraben noch keine „Deiche“  hat, saufen, wie immer bei solchen Gelegenheiten, Gärten und Hinterhöfe ab. – Was gern vergessen wird ist, dass Wismar zur Gründungszeit praktisch eine Hügelsiedlung auf einer Insel inmitten von Brackwasserfeuchtgebieten war und im 16./17. Jahrhundert noch planmäßig angelegte wasserführende Festungsgräben und -teiche komplett rund um die Altstadt existierten.

Im Alten Hafen haben die Fischverkaufskutter alle Fender ausgebracht. Verkauf fällt heute sowieso flach. Und die Boote schwanken ordentlich im Wind. Gelegentlich peitscht eine Böe das Wasser über die Kante, aber noch ist Platz.

Vor der Fischereigenossenschaft, deren Räume es letzte Woche schwer getroffen hat, tanzen die Kutter.

Ein Stück weiter ist die tiefliegende Einmündung zum Schiffbauerdamm natürlich schon wieder vollgelaufen und gesperrt. Hier drückt das Wasser aus der Kanalisation in die Senke. – Entlang der alten Bahnschienen kriecht das Wasser parallel zur Fahrbahn Richtung Ulmenstraße und zum alten Zeughaus. – Auch hier war früher ständig Wasser, denn das Hafenbecken reichte zu Schwedenzeiten bis zum mit Booten anfahrbaren Zeughaus, dem Waffenlagerhaus der Schwedischen Garnison, in dem heute die Bibliothek ist. Über die Ulmenstraße herüber bis zur Bibliothek hat es das Wasser letzte Woche aber auch nicht geschafft.

 

Lübsche Straße

Wismar; Lübsche Straße

 

v.l.n.r:

1) Für das Doppelgiebelhaus sind ab 1668 durchgängig einheitliche Eigentümer verzeichnet. (Vorher ist für das Jahr 1608 im Alten Stadtbuch Christian Tamke als gemeinsamer Eigentümer dortiger älterer Bauten vermerkt.) Das Haus ist auf dem altstädtischen Wasserleitungsplan von 1710 mit einem Anschluss verzeichnet. Maueranker im Straßengiebel: „1667“; dendrochronologische Bestimmung: – Dächer: insgesamt 18 Proben, Kiefer, davon 13 Proben „Winter 1665/66“, – Keller: 10 Proben, Eiche, davon 1 Probe „1638“ und 7 Proben „Winter 1762/63“

2) Historischer Straßenseitiger Giebel – Maueranker 1674, (Bauherr Markus Burmeister, Ratsherr ab 1646), mit Wasseranschluss gem. Wasserleitungsplan von 1710 – mit nachgesetztem, verkleinertem Neubau von 1933

3) mittelalterliches Giebelhaus / Brauhaus, angekauft von Markus Burmeister 1670, vom Ursprungsbau hinter der Straßenfassade außer drei Kelleraußenwänden nichts mehr erhalten

4) ähnlich wie vor, mittelalterliche Fassade, Brauhaus; gemäß Wasserleitungsplan 1710 mit Wasserleitungsanschluss, nachgesetzter Neubau; nur Straßengiebel, Kelleraußenwände, die Brandmauern und die Kellerdecke aus der Zeit vor 1700

vgl. Informationssystem „Hausbiographien Wismarer Häuser des 17. und 18. Jahrhunderts“, Hochschule Wismar 2004.