To Hus / Zu Hause

Als meine beste Ehefrau von allen neulich vom Friseur kam berichtete sie mir amüsiert:

Während sie verschönert wurde betrat ein Herr den Laden und grüßte in die Runde mit den wunderbaren Worten

„Tach, gehts euch auch gut?“.

Dies wurde mit kurzem Nicken bzw. durch einen anderen Kunden mit einem freundlichen

„Jo.“ (=“Ja.“)

quittiert.

Mit einem zufriedenen

„Scheun.“ (=“Schön.“)

ließ sich der Neuankömmling im Wartebereich nieder und schnappte sich die Lokalzeitung.

Tatsächlich war damit zunächst alles Notwendige gesagt.

Als gebürtiger Holsteiner kann ich dazu sagen: Das ist Heimat. Das ist aber auch Können bzw. formvollendete Konversation.

Mecklenburger und Holsteiner „tun sich da nich‘ viel“, will sagen, sie unterscheiden sich nicht erheblich in ihrem Wesen.

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Viehtränke mit Geschichte

Eine Viehtränke im Freilichtmuseum Molfsee – Eine Viehtränke? Ja, allerdings eine Viehtränke mit besonderer Vergangenheit: Denn dies ist eigentlich ein viele hundert Jahre alter, umgenutzter Steinsarg von der Nordfriesischen Küste, der ursprünglich wohl auf einem vielleicht in der „Groten Mandränke“ (der Zweiten Marcellusflut 1362) oder einer anderen großen Sturmflut zerstörten Kirchhof gelegen hat. – A cattle trough at the Museum of the History of Country Life at Molfsee near Kiel, Schleswig-Holstein. But this one is special: Made of sandstone, about 800 years old and with a weight of about 1000 kilogramm it is a reused stone coffin from the westcoast of Schleswig-Holstein. It started its first use probably in a churchyard that was destroyed with many other churchyards, churches and settlements in the great storm surges of the 14th century on the german coast of the North Sea. Maybe it was destroyed in the „Grote Mandränke“ (=“The great mandrowning“) of  the winter of 1362 in which the Sea claimed many lives and great parts of land on the coast and changed the coastline dramatically forever and which also is said to have destroyed large remaining parts of the medieval city of Dunwich in Suffolk, GB.

 

 

Infotafel – Freilichtmuseum Molfsee

Fixe Skizze beim Blick auf Goya

Ein Druck des als Vorbild für die Schnellskizze dienenden Blattes 21 aus La Tauromaquia mit dem übersetzt etwa lautenden Titel „Unglückliche Ereignisse in der Sperrsitzabteilung der Arena von Madrid und Tod des Alkalden von Torrejon“ (am 15.06.1801) von Francisco de Goya ist Teil der Ausstellung „Ouvertüre – Einblicke in die Sammlung Bönsch“ im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig. Ich habe einen Rundgang im Februar sehr genossen. Die Ausstellung, die eigentlich nur bis zum 19. Februar 2017 dauern sollte ist bis zum 2. Juli 2017 verlängert worden und lohnt auf jeden Fall einen Besuch! Ich bin gespannt, was da in den kommenden Jahren an Folgeausstellungen noch präsentiert wird.