Mittelalterlicher Denkstein bei Grevesmühlen

Denkstein M 2017

In Everstorf bei Grevesmühlen, LK Nordwestmecklenburg, steht am Weg von Grevesmühlen nach Hoikendorf im Wald ein mittelalterlicher Gedenkstein. Hier wurde im Jahre 1391 ein Wismarer Bürger namens Ludeke Mozellenburch erschlagen. Wohl durch seine Familie oder als Teil einer Abgeltung durch den Täter (als „Sühnestein“) wurde ihm zum Gedenken dieser Stein errichtet. Der Stein ist ca 2,14m hoch und auf beiden Seiten mit Inschriften und Bildwerken bearbeitet. – Foto: A.B. Zustand 2017

Denkstein Mozellenburch 2015

Zustand 2015

Denkstein M undatiert

Zur vormals noch besser erkennbaren lateinischen Inschrift und den Abbildungen finden sich in den Jahrbüchern des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde aus den Jahren 1846 (Band 11, S. 483, Lisch) und 1855 (Band 20, S. 400, Crull) Einträge. Vgl. auch den Eintrag bei Wikipedia.

Wismar – Neustadt

Besonders neu sieht das ja nicht aus, mit dem Westgiebel der u.a. wegen ihrer prachtvollen Holzdecke sehenswerten mittelalterlichen Heiligen-Geist-Kirche an der Ecke Neustadt/Lübsche Straße und der Hofmauer des Heilig-Geist-Hospitals? Nun, die Spitalkirche mit ihren Räumen für Bedürftige, Kranke und Pilger stand ursprünglich direkt an der ersten Stadtmauer und westlichen Stadtgrenze. Nach der baldigen Erweiterung der Altstadt im Mittelalter war die angrenzende Straße dann eben die erste der Neustadt in der Altstadt von Wismar und so heißt diese bis zum Hafen verlaufende Straße bis heute „Neustadt“. – Ergänzung nach zwei Tagen: Ich habe mir die Sache dann noch einmal durch den Kopf gehen lassen und möchte der Vollständigkeit halber feststellen, dass das nicht die ganz übergangslose Wahrheit sein wird: Ein Nachgraben beim vortrefflichen Friedrich Techen, der nahezu unangreifbaren Autorität für alles geschichtlich Wismarsche was Archivalien und Überlieferung bis zu seiner ordnenden Hand als Ratsarchivar betrifft, in dessen Aufsatz „Die Straßennamen Wismars“ von 1901 zeigt mir, dass er als erste Bezeichung der heutigen „Neustadt“  vielmehr „fossa sancti Spiritus“ bzw. „fovea sancti Spiritus“, also „Graben bzw. Grube bei Heilig Geist“ gefunden hat und erst etwas später „nova civitas“ kommt. Nur mal der Vollständigkeit halber und bevor jemand sich beklagt.

Wismar – Morgendlicher Stadtgang