Fundstücke

Christie’s hatten am 15.06.17 offenbar eine Versteigerung in N.Y., bei der ein Originalprotokoll aus den Hexenprozessen von Salem einen ordentlichen Preis erzielt hat.

Daneben wurden im „Sale 14376 – Fine Printed Books & Manuscripts Including Americana and the Eric C. Caren Collection“ aber auch viele andere Sachen verkauft.

Beim Gucken hängen geblieben bin ich bei : Lot 221- MASON AND DIXON SURVEY – The London Chronicle or Universal Evening Post. London: Sold by J. Wilkie, 4 August 1763.

Die acht Seiten alter Zeitung gingen für 1.125 USD weg und beinhalten unten in der Mitte der auch als JPG dort ansehbaren Seite eine Erwähnung des Auftrags an die Herren Mason und Dixon, in den aufsässigen nordamerikanischen Kolonien die Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland festzulegen, was bekanntlich u.a. zur Folge hatte, dass man von der Gegend südlich dieser Mason-Dixon-Line später als „Dixiland“ gesprochen hat.

Beim Durchsehen der Zeitungsseite keimte in mir allerdings der Verdacht auf, dass der Kaufpreis sich zu mindestens gleichen Teilen auf die Erwähnung von Mason und Dixon wie auf die hervorragenden und längeren Gesellschaftsklatschgeschichten ganz oben links und rechts auf der Seite (in Volldarstellung ist das zu lesen) bezieht:

Oben links geht es um die beinahe sehr kostspielige Affaire zwischen einem englischen Adelsspross und einer jungen Dame der Pariser Oper.

Oben rechts ist noch um Klassen besser und lässt uns den skandalösen Abschiedsbrief einer jungen Dame „of beauty and fortune, (Miss O-e)“ an ihre Mutter lesen. Dieser wurde hinterlassen, nachdem die junge Dame mit einem Offizier „(Capt. Ch-r)“ davongelaufen war, um einer von der Mutter vorgesehenen anderweitigen Verheiratung zu entkommen. Das Postskriptum zum Brief an die Mutter fasst es so zusammen „PS: Please to give my love to my sister, and tell her, if she expects to be happy, to elope.“

Klatschpresse 1763 in bester Form.

Wenn junge Damen solchen Schund in alten Zeitungen lesen könnten sie ja auf die verrücktesten Ideen kommen, z.B. Bücher zu schreiben wie „Verstand und Gefühl“, “ Pride and Prejudice“ oder sonst was …

Wismar – Morgendlicher Stadtgang

Der Turmhügel von Wodenhof / Grambow

Turmhügel Wodenhof 1

In Wodenhof zwischen Dümmersee, Grambow und Zülow südwestlich von Schwerin findet man einen gut erkennbaren Hügel mit Resten eines Umfassungsgrabens, auf dem zur Zeit der Besiedlung der slawischen Gebiete nach den Feldzügen Herzog Heinrichs des Löwen ein hölzerner Wehrturm entstand.

Turmhügel Wodenhof 3

Blick auf den Hügel

Turmhügel Wodenhof 4 (Graben)

Blick vom Hügel auf einen Rest des Umfassungsgrabens

Turmhügel Wodenhof 2

Die Döpe und der Ort der Slawenburg Dobin

Nachdem ich dort im Verlauf der Jahre schon so oft vorbeigeradelt bin habe ich diesmal auf dem Familienradausflug um den Schweriner Außensee ein paar Fotos von den Hinweistafeln an der Döpe und am Rest des Burgwalles der slawischen Fluchtburg Dobin gemacht.

Zu näheren Informationen zum  Naturschutzgebiet „Döpe“ am Nordende des Schweriner Außensees zwischen Flessenow und Hohen Viecheln verweise ich mal auf den Eintrag bei Wikipedia zum NSG, ebenso wie zur Geschichte der abo-(oder obo-)dritischen Burg Dobin und des Wendenkreuzzuges.

Vor Ort gibt es am Fußweg aus Richtung Flessenow seit einiger Zeit als Hinweis einen großen Findling mit dem Zeichen des Kulturvereins Sagenland Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Kopf des als „Petermännchen“ bekannten Schweriner Schlossgeistes. Davor weisen zwei Tafeln auf die Geschichte der Burg Dobin und eine örtliche Reitergeistsage hin.

 

 

 

 

 

Vom Burgwall selbst sind nur stark überwachsene Böschungsteile  direkt am Wanderweg auf der dem Schweriner Außensee zugewandten Seite noch zu erahnen.

An der von Hohen Viecheln kommenden Seite gibt es eine weitere Hinweistafel die unter anderem auch auf den großen rohen Granittaufstein verweist, der im 18. Jhd. aus dem Döpesee gezogen wurde, und der bei der Gestaltung des Gartens von Schloss Wiligrad Ende des 19. Jhd. durch Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg angefordert und als Teil eines Springbrunnens mit verbaut wurde. Zur Geschichte des Steins vgl. auch die

Der eindrucksvolle Stein mit roh ausgehauenen, an skandinavische Darstellungen erinnernden Gesichtern am Fuß steht auch heute noch direkt an der Parkseites des Schlosses Wiligrad: