Grab 318

Kurz vor dem Abschluss der diesjährigen Grabungsarbeiten im Flachgräberfeld von Haithabu gibt es hier ein paar Links zu Berichten über die Funde; insbesondere aus Grab 318, in dessen Bereich besonderer Schmuck festgestellt werden konnte.

Spätere Ergebnisse über Herkunft und/oder nachweisbare Lebensumstände der Bestatteten werden sicher interessant sein.

Interessant ist auch, was Dr. Kalmring in Video des NDR erwähnt:

Auch wenn es sich bei der Grabungsstätte um das „Flachgräberfeld“ handelt und vieles auf Bestattungen nach christlichem Ritus hindeutet weisen Erdbefunde darauf hin, dass in dem Bereich auch Hügelgräber vorhanden waren.

Es bleibt abzuwarten, was zur zeitlichen Abfolge der Bestattungsarten (reine Abfolgen der Riten nach zeitlicher Abfolge der Christianisierung oder eventuell auch Bestattungsmischformen?) gesagt werden kann.

Excavation at Haithabu under the direction of the ZBSA

Erfolgreiche Spurensuche in Haithabu – Video

Tausende Funde bei Ausgrabungen in Haithabu – Video

Wer war die reiche Dame aus Grab 318?

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Fundstücke

Christie’s hatten am 15.06.17 offenbar eine Versteigerung in N.Y., bei der ein Originalprotokoll aus den Hexenprozessen von Salem einen ordentlichen Preis erzielt hat.

Daneben wurden im „Sale 14376 – Fine Printed Books & Manuscripts Including Americana and the Eric C. Caren Collection“ aber auch viele andere Sachen verkauft.

Beim Gucken hängen geblieben bin ich bei : Lot 221- MASON AND DIXON SURVEY – The London Chronicle or Universal Evening Post. London: Sold by J. Wilkie, 4 August 1763.

Die acht Seiten alter Zeitung gingen für 1.125 USD weg und beinhalten unten in der Mitte der auch als JPG dort ansehbaren Seite eine Erwähnung des Auftrags an die Herren Mason und Dixon, in den aufsässigen nordamerikanischen Kolonien die Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland festzulegen, was bekanntlich u.a. zur Folge hatte, dass man von der Gegend südlich dieser Mason-Dixon-Line später als „Dixiland“ gesprochen hat.

Beim Durchsehen der Zeitungsseite keimte in mir allerdings der Verdacht auf, dass der Kaufpreis sich zu mindestens gleichen Teilen auf die Erwähnung von Mason und Dixon wie auf die hervorragenden und längeren Gesellschaftsklatschgeschichten ganz oben links und rechts auf der Seite (in Volldarstellung ist das zu lesen) bezieht:

Oben links geht es um die beinahe sehr kostspielige Affaire zwischen einem englischen Adelsspross und einer jungen Dame der Pariser Oper.

Oben rechts ist noch um Klassen besser und lässt uns den skandalösen Abschiedsbrief einer jungen Dame „of beauty and fortune, (Miss O-e)“ an ihre Mutter lesen. Dieser wurde hinterlassen, nachdem die junge Dame mit einem Offizier „(Capt. Ch-r)“ davongelaufen war, um einer von der Mutter vorgesehenen anderweitigen Verheiratung zu entkommen. Das Postskriptum zum Brief an die Mutter fasst es so zusammen „PS: Please to give my love to my sister, and tell her, if she expects to be happy, to elope.“

Klatschpresse 1763 in bester Form.

Wenn junge Damen solchen Schund in alten Zeitungen lesen könnten sie ja auf die verrücktesten Ideen kommen, z.B. Bücher zu schreiben wie „Verstand und Gefühl“, “ Pride and Prejudice“ oder sonst was …