Boote

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Zeesboote vor Wustrow

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Donnerstagshaiku 16.11.2017

eine Stunde dazwischen

so hatte ich also eine Stunde –
nun das nötige Abwägen der Möglichkeiten
was besser sei in der Stunde –
ich lehnte mich im Schreibtischstuhl zurück,
dem Drehstuhl mit der hohen Lehne und dem Armstützen,
und dachte über die Stunde –
drehte mich seitwärts und legte die Füße
auf den kleinen Tisch, auf dem ein wenig benutzter
Drucker stand und dachte –
eine Stunde also
ich fiel mit meinen Gedanken in die Stunde,
sie umarmte mich, wir weinten kurz –
eine dreiviertel Stunde, na,
Unfug, da hin und her zu hetzen
ein einfacher Gang in ca. 40 Minuten
würde genügen – genug Hektik heute schon
das Telefon schwieg gnädig –
vor dem Fenster minütlich dunkler –
eine Übung im Ausatmen –
gegenwärtige und kommende Pflichten
bohrten sich in mein Gewissen
ich atmete sie fort
verschränkte die Finger
wechselte das untere Bein nach oben
und dachte mir
die Zimmerdecke –
nur das Atmen und vor dem Fenster die Geräusche der Straße –
zwanzig Minuten sind lang
wenn man sie sein lassen kann
verkosten, sekundenweise, was für wohlige Verschwendung –
(Das nächste Mal in einem Wartezimmer, mein Schreibtischstuhl mit der
hohen Lehne und ein Anglerhocker für die Füße – hah!
Was wäre da eine, wären zwei Stunden,
mit einem Platz in der Ecke!)
langsam und tief einatmen und schließlich aufrichten –
eine Stunde dazwischen

tl,dr:

wenn du es nur willst
ist eine freie Stunde
wie ein Atemzug