EBooks, EReader – Berufsleser warten weiter

Seit November 2007 (vgl. Sei nett zu Deinen Augen, Ebook-Reader und Berufsleser) hat sich einiges getan im Bereich der EReader und ihrer Vermarktung.

(Zu den Fragen „Was sind EReader?“, „Warum haben sie ergonomische Vorteile?“, „Was ist die Technik dahinter?“ sei auf das obige verlinkte knappe Posting und das grundlegende Wiki auf mobileread.com verwiesen.)

In den USA hat der damals eingeführte Kindle offenbar einiges in Bewegung gebracht, obwohl die Zahl der tatsächlich verkauften Geräte vom Vertreiber Amazon nach wie vor nicht öffentlich gemacht worden ist. Inzwischen hat Amazon sogar ein Nachfolgemodel, den Kindle2 auf den Markt gebracht. Mit seiner Mobilfunkanbindung zum direkten Download von DRM-signierten EBooks von der us-amerikanischen Plattform des Onlinebuchhändlers hat Amazon bei den Konsumenten aber offenbar einen geeigneten Vermarktungsweg erschlossen. Denn dem Vernehmen nach sind die EBook-Verkaufszahlen auf dem US-Markt rasant angestiegen. Gleichzeitig trägt mglw. genau diese Technik aber dazu bei, dass eine Markteinführung in Europa (evtl. mangels Kooperation mit einem oder mehreren großen Mobilfunkpartnern) bislang nicht erfolgt ist. Außerdem dürfte man abwarten bis andere den Markt „angeheizt“ haben und genug digitalisierte Bücher zur Verfügung stehen. Auch insoweit sind ja Verträge mit den Urhebern/Verlagen erforderlich. Und wenn die ihr Geschäft ohne diesen Riesen zu machen versuchen hat er natürlich kein Interesse und keine Möglichkeit einzusteigen . Aber wer weiß, was da noch kommt.

(Update:) Zu den Bestrebungen von Amazon, über die alleinige Verwertung des DRM geschützten .mobi Formats seiner Tochtergesellschaft Mobipocket andere Mitwettbewerber aus dem Markt zu drängen vergleiche den Artikel hier bei  teleread.

Daneben haben andere Unternehmen (z.B. Sony, Bookeen, iRex) weiter versucht, allein mit der Herstellung von eigenen EReadern bzw. dem Verkauf von OEM-Modellen (z.B. Bebook, lBook, Pixelar usw.) vor allem eines chinesischen Herstellers ( jinke) auf dem Markt Fuß zu fassen. Hier sei wieder die Marktübersicht (The famous eBook-Reader Matrix) im Wiki des englischsprachigen Forums mobileread empfohlen.

Nachdem potentielle Käufer in Deutschland bislang darauf angewiesen waren, selbst Geräte zu importieren bzw. bei Resellern oder OEM-Vermarktern aus anderen europäischen Ländern zu beziehen tritt heute zum Beginn der Leipziger Buchmesse Sony mit auf den deutschen Einzelhandelsmarkt und stellt ein (in den USA bereits seit Oktober 2007 erhältliches) Lesegerät aus seiner Produktpalette hier zum direkten Kauf vor.

Soweit, so gut.

Was ist nun für Berufsleser dabei?

Ernüchtert müssen wir feststellen: Leider weiter noch wenig bis nichts. Denn:

  • Berufsleser bräuchten Lesegeräte die über ein Display verfügen, das jedenfalls die bequeme Darstellung/Lesbarkeit einer DIN-A4 Seite 1:1 ohne Zoomfunktion erlaubt.
  • Berufsleser bräuchten eine Software auf dem Gerät, die verschiedene Suchfunktionen, nämlich das anspringen von Gliederungspunkten, Seitenzahlen und einzelnen alphanumerischen Suchbegriffen verlässlich und präzise erlaubt.
  • Berufsleser bräuchten eine leichte Möglichkeit des Datenaustauschs mit anderen Rechnern/Netzwerken.
  • Berufsleser bräuchten ein Gerät das robust ist und mechanischen Beanspruchungen durch Transport (Druck, leichte Verwindung) verlässlich standhält.

Als einzige Geräte die hier ansatzweise in Frage kämen finden sich die noch sehr teuren und im Hinblick auf die mechanische Beanspruchung wohl noch eher empfindlichen neueren Geräte des Herstellers iRex. Interessant bleiben vor diesem Hintergrund auch die Ankündigungen der Firma Plastic Logic.

An die Hersteller: Hier wartet ein ganzer Markt.

Ach übrigens: Es ist „Read an E-Book Week“ !

Weitere Links:

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